Wie hier erläutert , muss eine große Bratsche nicht zwangsläufig mit einer langen Saitenlänge einhergehen. Das Maggini-Modell vereint die klangliche Tiefe und Tragfähigkeit einer groß dimensionierten Bratsche mit einer komfortablen, kurzen Mensur. Eine seltene Kombination und ideale Lösung für Bratschisten mit kleineren Händen.
| Corpuslänge | Schwingende Saitenlänge | Saitenlänge Variante | |
| G.P.Maggini | 41,6 cm | 35,5 cm | 36 cm (empfohlen) |
€ 22 000
Neben der kurzen Mensur zeichnet sich das Maggini Modell durch eine weitere Besonderheit aus: eine außergewöhnlich hohe und volle Wölbung, fast wie ein aufgeblasener Ballon. Darin dürfte auch der Grund liegen, warum dieses Modell nur selten nachgeahmt wird, denn eine solche Form ist von Natur aus steif und nur schwer zum Klingen zu bringen.
Für den Bau verwende ich daher ausschließlich Holz mit besonders geringem spezifischem Gewicht. Auch weiter auseinanderliegende Jahresringe können von Vorteil sein: Der höhere Anteil an weicheren Zwischenräumen verleiht der Wölbung zusätzliche Flexibilität.
Eine entscheidende Rolle spielt zudem die feine Vertiefung am Rand genannt Hohlkehle. Beim Maggini-Nachbau arbeite ich hier besonders sorgfältig, da nur eine ausreichend ausgeformte Hohlkehle die nötige Beweglichkeit der Decke ermöglicht.
Bei den Stärken von Decke und Boden löse ich mich bewusst vom historischen Vorbild. Sie müssen stets individuell auf das jeweilige Holz abgestimmt werden.
Um die richtige Stärke zu finden, arbeite ich bevorzugt nach traditionellen Methoden: Durch gezieltes Anklopfen prüfe ich die Resonanz des Holzes, während Biegen und Drücken zeigen, ob es zugleich stabil genug ist, um dem Saitendruck standzuhalten.
Auch die Einstellung des fertigen Instruments gestaltet sich bei der Maggini etwas anders als bei anderen Bratschen: Die kurze Saitenlänge sorgt für eine geringere Saitenspannung; folglich muss auch der Stimmstock einen entsprechend angepassten Gegendruck ausüben. Häufig unterschätzt werden zudem die Höhe des Untersattels und die Position des Saitenhalters – gängige Standardempfehlungen für Bratschen greifen hier oft nicht. Ein perfektes Rezept für den letzten klanglichen Feinschliff habe ich trotz 30-jähriger Erfahrung noch nicht gefunden,
doch das Wissen um diese Punkte erlaubt es mir, den Klang gezielt und mit der nötigen Sorgfalt zu formen.